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Islamic Banking - Erfolgreiche Geldanlagen nach dem Koran

Eine neue Art der Geldanlage erobert die Finanzmärkte: das Islamic Banking. Dabei handelt es sich um Fonds, die streng nach dem Koran gehandelt werden. Für Europäer mag das noch etwas befremdlich oder vielleicht sogar nicht sehr sicher wirken, sein Geld in einen Markt zu investieren, der sich nach den Grundregeln des Koran, der Heiligen Schrift der Muslime richtet, doch wer genauer hinsieht wird schnell erkennen, dass dies mehr als nur ein vorübergehender Boom ist. Das Islamic Banking hat sich auf dem Finanzmarkt mehr als nur etabliert. Es wartet mit Zuwächsen auf, von denen Anleger hierzulande nur träumen können. In nur zwei Jahren hat sich das Vermögen fast verdreifacht. Es stieg von 267 Milliarden auf 763 Milliarden US Dollar. Das entspricht einem jährlichen Wachstum des Marktes von 20%. Hier können andere Finanzprodukte kaum mithalten. Bei uns in Deutschland ist das Islamic Banking allerdings noch weitestgehend unbekannt. Genutzt wird es bisher überwiegen von den muslimischen Staatsbürgern, die andere Finanzprodukte wegen ihres Glaubens gar nicht nutzen wollen. Aber auch Europäer erkennen zunehmend die Vorteile des Islamic Banking für sich. Zinsen sind ebenso verboten wie die Investition beispielsweise in Anlageformen, die mit Schweinefleisch oder auch mit Alkohol und Tabak handeln. Hier muss sich streng an den Koran und dessen Vorgaben gehalten werden. Da auch der Handel mit Produkten untersagt ist, die Zinsen ausgeben, beschränken sich die Anlagen auf Fonds und Aktien. Gewinnbeteiligungen sind im Islamic Banking nämlich kein Problem.

Der Markt für Islamic Banking in Deutschland wächst

In Deutschland wird das Islamic Banking mittlerweile von immer mehr Banken angeboten. Vorreiter war hier die Deutsche Bank. Schon allein wegen der großen Anzahl Muslime, die durch die Einschränkungen auf das Islamic Banking ausweichen, können es sich auch die deutschen Banken nicht mehr leisten, dies zu ignorieren. Der Markt wächst immer weiter und wird schön langsam auch für deutsche Anleger interessant. Dabei sind die Risiken viel geringer als bei Anlagen, die mit Zinsen einhergehen. Zudem wird auf den Verschuldungsgrad von Unternehmen ganz besonders geachtet. Wer hier über einem Drittel der Marktkapitalisierung liegt, wird ebenfalls nicht in das System des Islamic Bankings aufgenommen. Und das hat ganz entscheidende, sprich positive Folgen: Brechen solche Konzerne zusammen, werden sie zahlungsunfähig und reißen damit viele Anleger in den Ruin. Dies kann beim Islamic Banking in dieser Größenordnung nicht passieren. Aus diesem Grund wird das Islamic Banking als Gewinner der Finanzkrise angesehen. Im Jahr 1999 wurde der Aktienindex Dow Jones Islamic Market eingeführt. Ein Blick darauf zeigt deutlich die Auswirkungen des Islamic Bankings auf den islamischen Markt. Innerhalb von drei Jahren ist der Index um über 65 Prozent gestiegen. Und daran kommen die deutschen Kreditinstitute nicht mehr vorbei. Die Produktpaletten werden immer größer, man will noch mehr anbieten und so den Kunden diesen Markt öffnen. Einerseits natürlich den muslimischen Mitbürgern, die andernfalls die Konkurrenz im Ausland aufsuchen würden, aber auch den Deutschen, die man für diese profitablen Anlageformen gewinnen möchte. Die Zahlen sprechen für sich, die Aussichten sind rosig und die Finanzkrise scheint dem Islamic Banking nichts anzuhaben. Mehr noch: Sie scheint sie sogar noch zu beflügeln. Finanzexperten sind sich sicher: Dem Islamic Banking gehört die Zukunft.

Islamic Banking - Islamische Finanzprodukte trotzen der Krise

Haben Sie schon mal etwas von Islamic Banking gehört? Sofern Sie sich nicht sowieso mit dem internationalen Finanzmarkt auseinandersetzen, mit ziemlicher Sicherheit nicht. Zwar gibt es das Islamic Banking schon eine ganze Weile und auch deutsche Banken kommen daran nicht mehr vorbei, doch für deutsche Staatsbürger ist es dennoch recht unbekannt. Das soll sich in der Zukunft allerdings ändern. Denn die Zahlen sprechen für sich! Trotz der Weltwirtschaftskrise und dem Zusammenbruch von vielen Banken, haben Geldanlagen in islamischen Finanzprodukten davon kaum etwas mitbekommen. Mehr noch: Sie scheinen davon komplett unberührt geblieben zu sein. Die Zahlen sprechen deutliche Worte: In den letzten beiden Jahren hat sich das Vermögen, das in islamische Fonds angelegt wurde, nahezu verdreifacht. Es ist von 267 Milliarden US Dollar auf 763 Milliarden US Dollar gestiegen. Und nun strebt man die 1 Billion Dollar Grenze an, was auf keinen Fall unrealistisch ist, wenn man sich das Wachstum ansieht. Das liegt bei stolzen 20 Prozent jährlich – und zwar weltweit!

Was genau ist Islamic Banking eigentlich?

Zuerst einmal sollte man sich damit vertraut machen und wissen, was Islamic Banking überhaupt ist. Dabei handelt es sich nämlich nicht etwa um Anlageformen, die mit Zinsen einhergehen. Nein, es handelt sich vielmehr um Fonds und Aktien, die auf der Basis der Gewinnspekulation ausgerichtet sind. Der Grund ist ganz einfach: Islamic Banking, also die islamischen Finanzprodukte, müssen sich nach dem Koran, der Heiligen Schrift der Muslime richten. Das heißt, dass alles, was der Koran verbietet, auch hier verboten ist. Dazu zählen eben auch Finanzgeschäfte mit dem Ziel, Gewinne durch Zinsen zu erwirtschaften. Ebenfalls verboten sind Geldanlagen zu Unternehmen, die mit Schweinefleisch, mit Tabak und Alkohol, mit Glücksspiel und mit Waffen oder gar Prostitution in Kontakt kommen. Und sogar Leerverkäufe, Subprime-Kredite, Termingeschäfte und Derivate sind nicht erlaubt. Aktuell lockert man allerdings die sehr strengen Vorgaben etwas und lässt in Ausnahmefällen auch Geschäfte zu, die mit Zinsen Gewinne versprechen. In der arabischen Welt ist das Islamic Banking seit vielen Jahren gang und gäbe. Doch darauf bleibt es nicht mehr nur beschränkt. Denn immer mehr ausländische Kreditinstitute entdecken die Möglichkeiten. Sieht man sich das globale Potential von geschätzten vier Billionen Dollar an, dann kann man verstehen, dass immer größeres Interesse am islamischen Kapitalismus besteht. So ist auch die Deutsche Bank schon eingestiegen und bietet in Ländern, in denen der Islam dominiert, eigene Produkte an. Doch auch hierzulande muss man darauf nicht mehr verzichten. In Deutschland leben knapp vier Millionen Muslime. Diese hatten für Ihre Geldanlage kaum Möglichkeiten und mussten so in Ihrem eigenen Land investieren. Eine Tatsache, an der die deutschen Banken nicht mehr vorbeikommen und deswegen nach und nach immer mehr Produkte des Islamic Bankings anbieten. Experten haben durch Studien herausgefunden, dass türkische Arbeitnehmer eine fast doppelt so hohe Sparquote haben als die Deutschen. In Zahlen sind das ca. 1,5 Milliarden Euro. Summen, auf die die Kreditinstitute nicht verzichten wollen – und auf Dauer auch nicht können. Wenn nun immer mehr Banken mitziehen und islamische Finanzprodukte anbieten, dann könnten auch die Deutschen davon profitieren – sofern sie diese Anlageformen annehmen. Im Jahr 2000 hat es die Commerzbank schon einmal mit dem sogenannten Al Sukoor Fond ausprobiert. Doch der Versuch scheiterte an zu geringem Interesse und das bereits nach fünf Jahren. In dieser Zeit konnte ein Anlagevolumen von vier Millionen Euro erwirtschaftet werden. Damit ein Fond rentabel ist, sollten es aber mindestens 20 Millionen sein. Der Versuch wurde daraufhin eingestellt. Doch ist auch zu beachten, dass damals weder eine Weltwirtschaftskrise herrschte und man zum zweiten die Zahlen, die die enorme Steigerung des Vermögens in den letzten Jahren aufzeigen, ebenfalls noch nicht kannte.

Islamic Banking - Von Finanzkrise keine Spur

Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise ist nahezu spurlos am Islamic Banking vorbeigegangen. Die Gründe sind in den Anlagezielen zu sehen. Da das Islamic Banking nicht in Unternehmen investiert, deren Verschuldungsgrad mehr als ein Drittel der Marktkapitalisierung beträgt, hat man hier einen Vorteil gegenüber den übrigen Anlegern. Brechen Weltkonzerne oder Banken zusammen, wie es in der aktuellen Wirtschaftskrise ja sehr oft der Fall war, waren davon die Anleger des Islamic Bankings nicht oder nur in geringem Maße betroffen, da sie erst gar nicht in solche Unternehmen investiert haben. Andere Anleger, die daran festhielten, hatten das Nachsehen und die Verluste. Eine Wirtschaft, die gänzlich ohne Zinsen funktioniert kann man sich kaum vorstellen. Doch das Islamic Banking zeigt, dass es geht. Hier wird beispielsweise kein Auto auf Finanzierung gekauft, denn dort würden Zinsen anfallen. Leasing dagegen ist kein Problem, denn hier sind es keine Zinsen, sondern Gebühren. Auch sind Sparbücher tabu. Stattdessen werden Kunden Teilhaber der Bank. Der erwirtschaftete Gewinn wird dann entsprechend der Volumina, die die Geldanlagen aufweisen, an den Kunden ausgezahlt. Und auch beim Hauskauf funktioniert es ein wenig anders. Hier gibt es keine Finanzierungen der Eigenheime, hier kauft die Bank die Häuser und verkauft sie wieder mit Gewinn an den Kunden. Die Zinsen wurden somit in allen Fällen umgangen. Wer an der Börse handelt, der schaut täglich mit Spannung und auch Sorge auf die Aktienindizies. Da sieht es momentan nicht rosig aus bei DAX, Dow Jones und Hang Seng. Ganz anders der Dow Jones Islamic Market. Der am islamischen Aktienmarkt im Jahr 1999 eingeführte Aktienindex kletterte innerhalb von drei Jahren um über 65 Prozent. Ein Wachstum von dem andere nur träumen und sich eine Scheibe abschneiden können. Und genau diese Scheibe wollen viele mittlerweile haben. Die großen Finanzinstitute erweitern ihre Angebote schon seit einigen Jahren. Nun entdecken auch viele deutsche Anleger diese Möglichkeit. Und das, ohne extra im Ausland zu investieren. Es kann jeder die Produkte des Islamic Bankings erhalten, jeder Anleger kann auch Kunde werden. Er muss in keinster Weise ein gläubiger Moslem sein. Er muss sich allerdings den strengen Vorgaben des Islamic Bankings unterwerfen. Das ist Voraussetzung. Damit müssen sich viele erst mal anfreunden. Doch das kann schneller gehen als erwartet. Nämlich dann, wenn die Anleger nach der Finanzkrise sehen, wer die Gewinner und wer die Verlierer sind. Dass Geldanlagen von dieser Finanzkrise profitieren ist schwer zu glauben, das Islamic Banking gehört Zweifelsohne mit dazu.

Die klassischen Anlageformen des Islamic Banking

Die Anlageformen im Islamic Banking sind teilweise mit den Möglichkeiten vergleichbar, die wir auch in Deutschland haben, andererseits werden viele Dinge auch ganz anders gehandhabt. Grund ist der Koran, auf den sich das Islamic Banking stützt und der gewisse Anlageformen (Zinsen, Versicherungen) verbietet. Deswegen möchten wir hier die besonderen Anlageformen im Islamic Banking vorstellen.

Ijara (Islamisches Leasing)

Ijara könnte man gleichsetzen mit unseren allseits bekannten Leasingverträgen. Ob ein Auto, ein Computer oder sonst ein Gegenstand, wenn man sich diesen zulegen möchte, dann ist Ijara die Möglichkeit, sich den Gegenstand zu finanzieren, ohne ihn kaufen zu müssen. Das heißt, man mietet ihn sich. Dafür wird eine Pacht oder Miete zwischen den beiden Vertragsparteien ausgehandelt. Diese wird dann auf eine ebenfalls festgelegte Zeit regelmäßig gezahlt. Der Kunde kann den Gegenstand jederzeit gegen eine Sonderzahlung erwerben – und das auch noch vor dem Auslaufen des eigentlichen Vertrags.

Takaful (Islamische Versicherung)

Unter Takaful versteht man ein Konzept für eine islamische Versicherung. Jedoch nicht wie bei uns, dass man seine Versicherungsbeiträge der Versicherung zur Verfügung stellt, sondern hier steht das gemeinsame Wohl im Vordergrund. Auf Basis des Koran und der Sunnah existiert dieses Konzept schon 1400 Jahre lang. Die Versicherungsnehmer kommen dabei für andere Versicherungsnehmer auf, die sich in einer Notlage befinden. Die Versicherung selbst bekommt davon lediglich eine Bearbeitungsgebühr. Werden Gewinne erwirtschaftet, also zu viel eingezahlt, als benötigt wird, werden diese Gewinne zu gleichen Teilen an die Versicherungsnehmer ausgezahlt, werden Verluste gemacht, muss jeder Versicherungsnehmer ebenfalls zu gleichen Teilen, die Differenz einzahlen.

Mudaraba (Islamische Geschäftsfinanzierung)

Mudaraba könnte man als eine Art Finanzierung eines Geschäftes sehen. Zwei Parteien schließen dabei einen Vertrag. Die eine Partei bringt das Kapital mit, die andere kümmert sich um die Geschäftsführung und alle anfallenden Arbeiten (Herstellung, Verkauf etc.). Die Gewinnverteilung wird dabei vertraglich festgehalten. Sollte das Geschäft Verluste machen, dann trägt diese in der Regel die Bank, die das Kapital bereitstellt (Ausnahme: bei vertragswidrigem Verhalten).

Murabaha (Islamische Autofinanzierung und Hausfinanzierung)

Diese Finanzierungsform könnte man mit unserer Haus- oder Autofinanzierung gleichsetzen. Während man bei uns die Summe für den Gegenstand von der Bank leiht und diese dann mit Zinsen zurückzahlt, kauft beim Murabaha die Bank den Gegenstand und verkauft ihn dann mit einem Risiko- und Wertsteigerungszuschlag an den Kunden. Damit der Kunde sich das aber auch finanziell leisten kann, ist Murabaha mit Ijara verknüpfbar. Man kann den Gegenstand also auch leasen und anschließend erwerben.

Musharaka (Islamischer Gewinn- und Verlustvertrag)

Das Musharaka ist ein Gewinn- und Verlustvertrag, also eine Finanzierung, die von Bank und Kunden gleichermaßen geleistet wird. Das heißt, beide Vertragsparteien erwerben das Projekt zu vertraglich festgelegten Konditionen. Je nachdem wie die Gewinne und Verluste aussehen, werden diese nach den jeweiligen Anteilen am Kapital verteilt.

Die klassischen Kontraktformen des Islamic Banking

Das Islamic Banking sieht natürlich noch weitere Sparmöglichkeiten vor, die mit unseren teilweise konform gehen, da einige dabei sind, die nicht auf Zinsen basieren (die im Islamic Banking ja verboten sind).

Gold und Silber

So kann man sich einen Gold- oder Silbersparplan anlegen, in den man regelmäßig einzahlt und durch die Wertsteigerung der Metalle Gewinne macht, da Gold und Silber sicher vor Inflation sind. Die Frage bei der Anlage lautet dann oft nur: Gold oder Silber kaufen? Die Wahl ist dabei oft vom Umfang des Geldbeutels abhängig.

Lebensversicherungen

Die Altersvorsorge wird in Form einer Lebensversicherung angelegt, die nach den Prinzipien des Takaful funktionieren. Hierbei wird eine Sparsumme festgelegt, die im Todesfall in voller Höhe an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Im Erlebensfall wird die Sparsumme inkl. des Gewinns ausbezahlt. Die Spareinlagen werden dabei gesplittet und gehen zum Großteil in den Sparfond, zu einem kleinen Teil in den Takaful-Fond.

Fonds

Wie schon angemerkt, sind beim Islamic Banking Zinsen verboten. Deswegen sind der Erwerb von Anteilen und die Geldanlage in Fonds gang und gäbe. So kann man einen monatlichen Sparplan aufstellen. Hierbei wird Geld in einen gemeinschaftlichen Fond eingezahlt. Sinken die Kurse, dann werden günstige Anteile verstärkt gekauft. Steigen die Kurse, werden die günstig gekauften Anteile wieder verkauft und der Gewinn auf die Fondteilnehmer aufgeteilt. Hier ist zu beachten, dass auch Verluste zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Sicherlich ist hierbei ein Risiko, doch wenn man sich die Kursentwicklung des Dow Jones Islamic Market ansieht (65 % innerhalb von drei Jahren), dann ist dieses Risiko sehr gering.

Allgemeine Informationen

Viele dieser Kontraktformen sind gerade für uns Westeuropäer sehr befremdend, denn wir haben in der Regel nichts mit dem Koran und dessen Inhalten zu tun. Auch können viele nicht verstehen, was an Zinsen falsch sein soll. Dies ist eine Glaubensfrage, über die nicht diskutiert, sondern die respektiert werden sollte. Wer sich damit anfreunden kann, der wird sehr schnell merken, dass sich die Anlageformen erstens von den unseren gar nicht so sehr unterscheiden und dass sie zudem sehr erfolgsversprechend sind. Die Zahlen auf den Finanzmärkten der letzten Jahre sprechen für sich.