Islamic Banking - Koran-Konformes Investment

DE_German_A2A_4_90_468x60

Islamic Banking - Islamische Finanzprodukte trotzen der Krise.

Haben Sie schon mal etwas von Islamic Banking gehört? Sofern Sie sich nicht sowieso mit dem internationalen Finanzmarkt auseinandersetzen, mit ziemlicher Sicherheit nicht. Zwar gibt es das Islamic Banking schon eine ganze Weile und auch deutsche Banken kommen daran nicht mehr vorbei, doch für deutsche Staatsbürger ist es dennoch recht unbekannt. Das soll sich in der Zukunft allerdings ändern. Denn die Zahlen sprechen für sich! Trotz der Weltwirtschaftskrise und dem Zusammenbruch von vielen Banken, haben Geldanlagen in islamischen Finanzprodukten davon kaum etwas mitbekommen. Mehr noch: Sie scheinen davon komplett unberührt geblieben zu sein. Die Zahlen sprechen deutliche Worte: In den letzten beiden Jahren hat sich das Vermögen, das in islamische Fonds angelegt wurde, nahezu verdreifacht. Es ist von 267 Milliarden US Dollar auf 763 Milliarden US Dollar gestiegen. Und nun strebt man die 1 Billion Dollar Grenze an, was auf keinen Fall unrealistisch ist, wenn man sich das Wachstum ansieht. Das liegt bei stolzen 20 Prozent jährlich – und zwar weltweit!

Islamic Banking - Informationen im Details

Was ist Islamic Banking?

Was bedeutet das nun für Anleger? Zuerst einmal sollte man sich damit vertraut machen und wissen, was Islamic Banking überhaupt ist. Dabei handelt es sich nämlich nicht etwa um Anlageformen, die mit Zinsen einhergehen. Nein, es handelt sich vielmehr um Fonds und Aktien, die auf der Basis der Gewinnspekulation ausgerichtet sind. Der Grund ist ganz einfach: Islamic Banking, also die islamischen Finanzprodukte, müssen sich nach dem Koran, der Heiligen Schrift der Muslime richten. Das heißt, dass alles, was der Koran verbietet, auch hier verboten ist. Dazu zählen eben auch Finanzgeschäfte mit dem Ziel, Gewinne durch Zinsen zu erwirtschaften. Ebenfalls verboten sind Geldanlagen zu Unternehmen, die mit Schweinefleisch, mit Tabak und Alkohol, mit Glücksspiel und mit Waffen oder gar Prostitution in Kontakt kommen. Und sogar Leerverkäufe, Subprime-Kredite, Termingeschäfte und Derivate sind nicht erlaubt. Aktuell lockert man allerdings die sehr strengen Vorgaben etwas und lässt in Ausnahmefällen auch Geschäfte zu, die mit Zinsen Gewinne versprechen.



In der arabischen Welt ist das Islamic Banking seit vielen Jahren gang und gäbe. Doch darauf bleibt es nicht mehr nur beschränkt. Denn immer mehr ausländische Kreditinstitute entdecken die Möglichkeiten. Sieht man sich das globale Potential von geschätzten vier Billionen Dollar an, dann kann man verstehen, dass immer größeres Interesse am islamischen Kapitalismus besteht. So ist auch die Deutsche Bank schon eingestiegen und bietet in Ländern, in denen der Islam dominiert, eigene Produkte an. Doch auch hierzulande muss man darauf nicht mehr verzichten. In Deutschland leben knapp vier Millionen Muslime. Diese hatten für Ihre Geldanlage kaum Möglichkeiten und mussten so in Ihrem eigenen Land investieren. Eine Tatsache, an der die deutschen Banken nicht mehr vorbeikommen und deswegen nach und nach immer mehr Produkte des Islamic Bankings anbieten. Experten haben durch Studien herausgefunden, dass türkische Arbeitnehmer eine fast doppelt so hohe Sparquote haben als die Deutschen. In Zahlen sind das ca. 1,5 Milliarden Euro. Summen, auf die die Kreditinstitute nicht verzichten wollen – und auf Dauer auch nicht können.

Wenn nun immer mehr Banken mitziehen und islamische Finanzprodukte anbieten, dann könnten auch die Deutschen davon profitieren – sofern sie diese Anlageformen annehmen. Im Jahr 2000 hat es die Commerzbank schon einmal mit dem sogenannten Al Sukoor Fond ausprobiert. Doch der Versuch scheiterte an zu geringem Interesse und das bereits nach fünf Jahren. In dieser Zeit konnte ein Anlagevolumen von vier Millionen Euro erwirtschaftet werden. Damit ein Fond rentabel ist, sollten es aber mindestens 20 Millionen sein. Der Versuch wurde daraufhin eingestellt. Doch ist auch zu beachten, dass damals weder eine Weltwirtschaftskrise herrschte und man zum zweiten die Zahlen, die die enorme Steigerung des Vermögens in den letzten Jahren aufzeigen, ebenfalls noch nicht kannte.

Werbung